Beziehungsorientierte Erziehung und bindungsorientierte Erziehung – Die Unterschiede

beziehungsorientierte erziehung

Teil 2/3:

Die beziehungsorientierte Erziehung wird häufig in einem Atemzug mit der bindungsorientierten Erziehung genannt. Die Bezeichnungen sind nicht synonym zu verwenden, in der Praxis aber oft schwierig voneinander abzugrenzen.

Die beziehungsorientierte Erziehung zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass sie auf Strafen, Drohungen und andere Machtausübungen verzichtet. Das Kind wird nicht konditioniert, in erwünschtem Handeln bestärkt und für unerwünschtes gescholten. Stattdessen wird es mit Respekt behandelt, angehört und in Entscheidungen einbezogen. Der Umgang zwischen Eltern und Kind ist ehrlich und wertschätzend. Es kann aber durchaus Regeln geben, die in jeder Familie individuell ausgehandelt werden.

Wer seine Kinder beziehungsorientiert erzieht, handelt in der Regel automatisch auch bindungsorientiert. Umgekehrt muss das nicht zwangsläufig der Fall sein. Es gibt zum Beispiel Eltern, die ihr Kind viel tragen, lange stillen und im Familienbett schlafen lassen, aber dennoch bestrafen.

Beziehungssorientierte Erziehung – Die Vorteile

Kinder streben danach, ein gleichwürdiges Mitglied ihrer Familie zu sein. Das heißt, sie wollen gesehen und ernst genommen werden und das Gefühl haben, etwas bewirken zu können. Fühlen sie sich gleichwertig und wichtig, kooperieren sie gern mit ihren Eltern. Werden sie hingegen von oben herab behandelt, ihre Bedürfnisse übergangen und ihre Signale überhört, versuchen sie, sich ihren Platz im Familiengefüge zu erobern.

Das zeigt sich in ganz unterschiedlicher Ausprägung. Während das eine Kind den ganzen Tag nur noch Unsinn macht, um beachtet zu werden, ist das nächste übertrieben höflich und hilfsbereit, um als Musterkind wahrgenommen zu werden und Anerkennung zu erhalten. Auch offene Aggression ist möglich.

Beziehungsorientierte Erziehung und ihre Wirkung

Bindungsorientierte Erziehung kann dafür sorgen, dass das Familienleben harmonisch bleibt und alle Beteiligten ihre Bedürfnisse erfüllen können. Das Kind erfährt in sicherem Rahmen Selbstwirksamkeit und wächst zu einem selbstbewussten Erwachsenen heran. Zudem lernen Kinder durch die Beobachtung ihrer beziehungsorientierten Eltern Empathie und können so zu einem mitfühlenden, hilfsbereiten Teil der Gesellschaft werden.